Kriege

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1260 hatte der Deutschorden schwer gegen äußere und innere Feinde zu kämpfen. Die meisten Sorgen machten dem Orden die kriegerischen Litauer, die immer wieder in Kurland und Livland einbrachen, wo sie dem Orden große Schäden zufügten und sich anschickten, seine Macht in dem erst kürzlich eroberten Lande zu untergraben. Der Orden beschloss dem ein Ende zu machen und nun seinerseits diesen lästigen Feind anzugreifen. Zu diesem Zweck versammelte der Orden ein großes Heer, das aus wenigen Rittern und vielen Letten und Kuren bestand, welche den christlichen Glauben angenommen hatten. Durbe, ein Ort, der sich ganz in der Nähe der damaligen litauischen Grenze befand, wurde als Ausgangspunkt der kriegerischen Handlungen bestimmt. Man wollte von dort aus dem Feind in den Rücken fallen, denn er pflegte sich gewöhnlich nach Selonija (Oberkurland) und Semgallen zu begeben, während er Niederkurland in Ruhe ließ. Der Orden bereitete sich auf diesen Angriff in aller Heimlichkeit vor, und man muss zugeben, dass der Plan sehr klug ausgedacht war. Denn — wenn es gelingen sollte, in der geplanten Weise in Litauen einzubrechen und sich dort mit Kräften aus Preußen zu verbinden, ehe es den Litauern möglich war, aus dem Norden herbeizueilen, um ihr Land zu verteidigen, hätte der Orden dem Feind so große Verluste zufügen können, dass er für lange Zeit, vielleicht sogar für immer gezwungen gewesen wäre, auf Angriffe zu verzichten. Obwohl die Vorbereitungen in aller Heimlichkeit ausgeführt wurden, erfuhr der Feind alles, was beschlossen und geplant worden war. Als das Heer des Deutschordens in Durbe (damals gab es nur das Schloss mit ein paar Nebenhäusern, das Städtchen ist in späteren Zeiten entstanden) ankam, glaubten die Führer, dass man sich für den Angriff in aller Ruhe vorbereiten könne. Weder hatten sie Wachposten in den umliegenden Wäldern aufgestellt, noch hatten sie für ein befestigtes Lager gesorgt. Die Wälder erstreckten sich damals an beiden Ufern der Daugava bis zum Schloss. Die Soldaten überließen sich verschiedenen Vergnügungen. Auf dem einem Platz, der sich nordöstlich vom Schloss befand, wurde ein großes Festgelage veranstaltet, zu dem sich alle ohne Rüstung und ohne Waffen einfanden. Als das fröhliche Treiben seinen Höhepunkt erreicht hatte, kamen plötzlich im Südosten und Südwesten gut bewaffnete litauische Krieger, die der Orden an der Daugava wähnte, aus den Wäldern hervor. Geleitet von Verrätern aus den Reihen des Ordens, wussten sie genau, wann und wo sie erfolgreich angreifen mussten. Die Ritter und ihre Krieger, die ohne Rüstung und ohne Waffen von der Burg getrennt waren, versuchten mit Tischbeinen und Bänken die angreifenden Litauer abzuwehren und sich bis zu der Burg durchzuschlagen. Aber nur einer kleinen Schar ist es gelungen. Die meisten wurden getötet, darunter auch der Ordensmeister Burchard von Hornhusen. Als die Litauer, die Burg von Durbe längere Zeit vergeblich belagert hatten, sich schließlich verzogen, verließen die Ritter die Burg und bestatteten die Gefallenen, sowohl ihre eigenen als auch die Feinde. Auf dem großen gemeinsamen Grab entstand ein Hügel zum Zeichen jenes Unglückstages. Der Hügel ist noch heute zu sehen, man nennt ihn den Fichtenwald von Līgute. Auf dem Hügel befindet sich ein Friedhof. In der Nähe der Burg von Durbe, besonders an einer schmalen Bergstraße sowie im Wasser, findet man noch heute Rüstungen, Sporen und altertümliche Schwerter.

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