Seen

From Pasakas un teikas
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Dort, wo sich heute der See von Alūksne befindet, erstreckte sich früher eine weite Ebene. Ungefähr in der Mitte des heutigen Sees befanden sich zwei Bauernhöfe. Die Bauern waren reich, aber sie lebten in Streit und Unfrieden miteinander. Sie konnten einander nicht ausstehen und stritten sich um jede Kleinigkeit. Der eine Bauer hatte einen Sohn, der andere eine schöne Tochter. Andere Kinder hatten sie nicht, und jeder Bauer liebte sein Kind sehr. Obwohl die Eltern sieh hassten und es den Kindern verboten hatten, Bekanntschaft zu schließen, hatten sie sich ineinander verliebt und wollten heiraten. Schließlich gaben die Eltern des Mädchens nach, die jungen Leute verlobten sich und beschlossen, sich am nächsten Sonntag in der Kirche trauen zu lassen. Der Vater des Jünglings dagegen wollte ihn lieber tot als mit der Tochter seines Feindes verheiratet sehen. Damals lebte auf dem Anta kalns ein bekannter Zauberer. Der Vater des Jünglings wandte sich an den Zauberer, um seinen Rat und seine Hilfe zu erbitten. Der Zauberer nahm die Geschenke des Bauern entgegen und hörte sein Anliegen an. Dann schöpfte der Zauberer Wasser, sprach einige Zauberworte, überreichte die Kelle dem Bauern und ermahnte ihn, sie nicht aus der Hand zu legen und sich nicht umzusehen, bevor er den Hof des Nachbarn erreicht habe. Dann müsse er die Stelle, die er überfluten lassen wolle, dreimal umreiten. Danach müsse er dreimal neun Schritte nach dem Westen reiten und dann die Kelle über seine Schulter werfen. Als der Bauer sein Pferd bestiegen hatte und losritt, hörte er bereits ein sonderbares Rauschen in der Luft: Es war der See, der aus dem Moor, dem Tomāsu purvs aufgestiegen war. Inzwischen war auf dem Nachbarhof bereits alles für die Hochzeit vorbereitet. Schon aus der Ferne hörte er Singen und Spielen. Als er naher kam, sah er, dass der Bräutigam und die Braut, von den Hochzeitsgästen gefolgt, zur Kirche aufbrachen. In seinem Zorn vergaß er die Ermahnungen des Hexenmeisters und schleuderte die Kelle nach vorn. Sogleich ließ sich der See rauschend nieder, und auch der böse Bauer ertrank. Auf dem Wasser blieben der Schleier der Braut und die Mütze des Bräutigams, die man noch heute sehen kann. Nach ihnen haben die beiden kleinen Inseln ihre Namen erhalten. Auch der Mantel den Bauern blieb auf dem Wasser liegen – aus ihm ist die dritte und größte Insel entstanden.

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