Seen

From Pasakas un teikas
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Der Lauteru ezers befand sich früher an der Stelle des Mālu purvs (Tonmoor) in der Nähe des Bērzaune-Gutshofes. Damals befanden sich die Getreidefelder und die Korndarren des Gutshofes am Ufer des Sees. Der See konnte nicht ertragen, dass die Fronarbeiter Tag und Nacht mit schwerer Arbeit geplagt wurden. Brausend und rauschend vor Wut erhob er sich in die Luft und flog nach Lauteri, wo er sich zwischen den Ķelēnu (Telēnu) und Jaunekļu kalni (Kälber-und Jünglingshügeln) niederließ. Bald darauf brachen Kriege aus. Die Feinde standen sich auf beiden Seiten des Sees gegenüber. Mitten in der Nacht hat die eine Seite angegriffen. Das Blut der Kämpfenden strömte wie Regen und überflutete den See. Gegen Morgen hatten sie einander abgeschlachtet, kaum, dass einige am Leben geblieben waren. Alle Gefallenen wurden auf dem Kapu kalns (Friedhofsberg) begraben. An einer alten Eberesche wurde die Totenglocke aufgehängt, um für die Verstorbenen Krieger zu läuten. In späteren Zeiten wurde der Friedhofsberg beackert. Darüber war die Glocke sehr erbost und rollte in den See. Noch lange danach hörte man an Samstagabenden ihr klagendes Läuten im See.

Es wird auch erzählt, dass in jener Nacht, als die große Schlacht entbrannt war, ein Kriegsherr mit Pferden und Wagen in den See gefahren sei, da er sich lebendig dem Feind nicht ergeben wollte. Die Räder könne man noch auf dem Grund des Sees sehen.

Einmal soll ein Jäger, der am Kaķīšu līcis (Katzenbucht) vorbeiging, im Lauteru ezers ein großes helles Funkeln bemerkt haben. "Zum Donnerwetter, nochmal!”, rief der Jäger aus, "da muss ich doch nachsehen, was das zu bedeuten hat!" Er schaute und schaute und sah etwas wie eine glänzende runde Scheibe von der Größe eines Fassbodens. Er ergriff seine Büchse und drückte ab. Aber — was war denn das! — er selbst war auf der Stelle blind geworden, und aus dem See hörte man klägliches Jammern. Zum Glück begegnete ihm ein alter Mann. Der Alte führte den Blinden nach Hause und sagte, er solle sich ganz ruhig verhalten: Die funkelnden Scheiben seien die Augen der Fischkönigin gewesen, die dürfe man nicht berühren. Die Fischkönigin wehklagte noch drei Tage und drei Nächte, dann wurde sie wieder still und der Jäger konnte wieder sehen.

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