Seen

From Pasakas un teikas
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Comments: Draugs ("Myusu t. teikas un posokas", II, 2) hat über den Lubāns eine längere Sage aufgeschrieben. — An der Stelle, wo heute der Lubānas ezers liegt, befand sich früher eine Burg, auf der ein sehr harter Herr herrschte, der die Tochter einer Hexe zur Frau genommen hatte. Der Herr führte stets Kriege gegen andere Herren, aber sobald sie ihn angreifen wollte, benachrichtigte die Hexe durch Wiehern ihren Schwiegersohn. Der Riese Lubāns konnte es nicht ertragen und bat Pērkons (wahrscheinlich wohl Gott), den Niederträchtigen zu bestrafen. Da begann Wasser aus der Luft zu strömen, das die Burg des bösen Herrn und die ganze Gegend überschwemmte. Die Tochter der Hexe wollte noch entfliehen und ein Fass mit Gold mitnehmen. Aber da schlug Pērkons (= der Donner) ein und die Tochter der Hexe versank mitsamt dem Goldfass in die Erde. Der neue See erhielt den Namen Lubāns. Ein anderer See, der an der Stelle entstanden ist, wo das Haus der Hexe stand, heißt Zviedzezers (= der Wiehersee). Die Stelle, an der die Tochter der Hexe mit dem Gold versunken war, nennt man den Naudas ezers (=den Geldsee). P. Š.


Zu der Zeit, als Seen noch die Angewohnheit hatten, von einem Ort zum anderen zu wandern, befand sich an der Stelle, wo heute der Lubānas ezers wogt, eine schöne große Stadt, deren Bewohner Gott durch ihren sündigen Lebenswandel verärgert hatten. Deshalb hatte Gott beschlossen, die Stadt und ihre Bewohner von der Erde verschwinden zu lassen. An einem schönen Sommermorgen waren zwei Frauen beim Wäschebleueln außerhalb der Stadt am Fluss. Da erblickten sie eine große dunkle Wolke, die bald die Stadt erreicht hatte und Geräusche von sich gab, die sich wie das Reißen von Lindenbast anhörten. Als die Frauen das hörten, rief die eine aus: "Wahrhaftig, Schwesterchen, der Lubāns selbst wird gekommen sein!" In demselben Augenblick stürzte sich die Wolke mit einer gewaltigen Kraft zur Erde hinab und begrub in ihren Wellen die Stadt und alle ihre Bewohner. Nur die beiden Wäschebleuelinnen sind am Leben geblieben. Der herbeigeflogene See befand sich zuerst an der Stelle, wo heute Riga steht. Jedes Jahr schickt der Lubāns einen Boten nach Riga, der sich erkundigt, ob die Stadt bald fertig erbaut sein werde. An dem Tag, an welchem der Stadt beendet sein wird, wird der Lubāns an seinen alten Ort zurückkehren.

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