Seen

From Pasakas un teikas
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In uralten Zeiten, als die Seen von einem Ort zum anderen zu wandern pflegten, hatten sich auch in der Gegend von Umurga mehrere Seen niedergelassen. An der Stelle, wo sich heute der Pepītis befindet, war früher eine Wiese. Eines Tages, als die Hirten gerade beim Viehhüten waren, zog von der Seeseite eine schwarze Wolke herauf. Ein weißer Vogel flog vor der Wolke her und rief mit klagender Stimme: "Flieht, Kinder, flieht, Hirten! Der See kommt, der See kommt!" Die Hirten trieben eilig das Vieh davon, aber ein eigensinniger Stier blieb neben einem Stein liegen und zwei Ziegenböcke waren gerade dabei, gegeneinander zu kämpfen. Diese drei Tiere wurden denn auch von dem herabstürzenden See überrascht — die Hirten hörten nur noch das Aufbrüllen des Stieres, dann wurde alles still. Damals war es so: Gab man einem herbeigeflogenen See nicht bald einen Hamen, dann erhob er sich wieder in die Luft und begab sich an einen anderen Ort, wo er neues Unheil anrichtete. Deshalb haben die Leute dem See gleich den Namen Pepītis gegeben, weil er bei seiner Ankunft Fleisch — den Stier und die zwei Ziegenböcke — "gegessen" hatte, und Fleisch pflegt man in der Kindersprache auch "Pepis" zu nennen. Der See vergrößert sich mit jedem Jahr — ein Nebenfluss der Brasla speist ihn mit Wasser.

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