Flüsse

From Pasakas un teikas
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Als die Gauja (die Livländische Aa) begann aus dem Alauksta ezers in Vecpiebalga ihr jetziges Flussbett entlangzuströmen, missfiel es dem Teufel sehr. Er ärgerte sich und schwor, den Strom einzudämmen. "Was soll ein solcher Wurm sich auf meinen Wegen winden, den ich an manchen Stellen gar nicht überqueren kann! Jetzt kann ich ihn noch zwingen!" Der Teufel zog sich ein langes Hemd an und sammelte in der Nähe des Jaun-Viļumi-Hofes vom Lībiešu kalns (Liven-Berg) Steine, die er in die Gauja schütten wollte. Aber er hatte zu viele Steine gesammelt und kam nur mühsam vorwärts. Die schwere Last riss ein Loch in das Hemd des Teufels und ein Teil der Steine rollte am Lazda kalns (Haselnußberg) auf die Erde. Der Teufel schleppte die restlichen Steine weiter, aber etwa hundert Schritt von der Gauja entfernt hörte er plötzlich, dass auf dem Brežģi-Hof der Hahn krähte. Der Teufel erschrak und ließ die letzten Steine fallen. So konnte der Teufel die Gauja nicht eindämmen. Der junge Fluss eilte flink wie ein junges Mädchen dem Meer entgegen. Der Teufel ärgerte sich, dass es ihm nicht gelungen war, den Strom einzudämmen, deshalb eilte er zu dem heutigen Nēķins-Gut und warf dem Fluss einen Berg in den Weg. Aber die Gauja kümmerte sich nicht um die Werke des Teufels, sie wand sich nach rechts und floss an Jaunpiebalga vorbei nach Osten. Sie hoffte so, den Peipussee zu erreichen. Aber bei Lejas muiža vertrat der Teufel ihr wieder den Weg. Als die Gauja das sah, wandte sie sich bei Lejas muiža und Sinole gegen Westen, floss an Valmiera und Cēsis vorbei zum Meer, wobei er sich ein tiefes Bett zwischen hohen Ufern brach. Als der Teufel sah, dass er mit Bergen und Steinen den Strom nicht aufhalten konnte, begann er auf seinem Weg tiefe Höhlen zu graben. Aber nun war die Gauja bereits groß und kräftig, füllte alle Höhlen mit Wasser und floss unbekümmert weiter. Die vom Teufel gegrabenen Gruben sind zu Untiefen geworden, in welchen noch heute Teufel hausen und den Schwimmern auflauern, um sie in die Tiefe zu reißen.

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