Moore und Sümpfe

From Pasakas un teikas
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Ragacis ist ein kleines Moor in der Nähe der Bahnstation von Jaungulbene. Vom Bahnhof führt ein Weg über den Ragacis zum Vorwerk Obrava. Nördlich von Ragacis erhebt sich ein kleiner Hügel, auf dem mehrere Gruben ausgebuddelt sind. In dem Ragača purvs soll eine große Schlacht zwischen den Schweden und den Russen stattgefunden haben. Zu Beginn der Schlacht hatten die Russen Erfolg — sie hatten die Schweden bereits aus dem Moor verjagt. Aber dann griffen die Schweden mit einer solchen Wut an, dass die Russen völlig verwirrt wurden und die Flucht ergriffen. Die Schweden umzingelten das kleine Moor und brachten sie alle um. Die Gefallenen haben sie auf dem nahen Hügel begraben. Bei Ihrem Abzug zündeten die Schweden die Kriegsbeute an. Auch das Moor fing Feuer und brannte aus.

Seit der Zeit sind viele Jahre vergangen. Manche Leute haben im Ragača purvs verschiedene Spukgestalten gesehen: Erschlagene Soldaten, weiße Fräulein usw. Einmal ging ein Mann um Mitternacht an dem kleinen Hügel im Ragača purvs vorbei. Da hörte er sonderbare Geräusche oben auf dem Hügel. Der Mann wollte nachsehen, was dort vor sich ging. Mit Grauen erblickte er zwei abgehauene Beine, die Kasatschok tanzten. Zwei abgeschlagene Arme wollten die tanzenden Beine festhalten. In der Luft hing ein abgehauener Kopf, der sonderbare Fratzen schnitt. Aber auf der Erde — im weichen Moos — wälzte sich der Rumpf (des erschlagenen Soldaten). Der Mann erschrak gewaltig und ergriff die Flucht. Hinter ihm brach wie Weinen oder wie Stöhnen aus, dann wurde alles wieder still.

Wenn der Mann — so meinten die Leute — die abgehauenen Glieder berührt oder ein Vaterunser gebetet hätte, dann wären die erschlagenen russischen Soldaten wieder lebendig geworden.

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