Berge

From Pasakas un teikas
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Comments: Die Sage ist zwar ausgeschmückt, aber ihr Grundgerüst könnte echt sein. P. Š.


Auf dem Ķirka kalns des Gutshofes K. soll vor langer Zeit ein Birkenhain gestanden haben, in dem, Geister ihre Behausung hatten. Die Menschen konnten die Geister nicht sehen. Nur ein frommer Mann kannte sie und konnte mit ihnen reden. Mithilfe anderer Leute wälzte er einen großen Stein auf den Berg. Auf diesem Stein wurden den Geistern Opfer dargebracht. Wenn der fromme Mann die Opfergaben darbrachte, sang er so wunderschön, dass Menschen und Vögel in Scharen herbeieilten, um seinem Gesang zu lauschen.

Als nun der fromme Mann gestorben war, begruben die Menschen ihn in dem heiligen Hain und wälzten den Opferstein auf sein Grab. Die Menschen weinten und die Vögel tschilpten kläglich an dem Grab des frommen Mannes. Die Leute verstanden es nicht, sich den Rat der Geister zu erfragen. Die Geister verließen den heiligen Hain und suchten sich andernorts eine neue Behausung.

Zur Zeit der Leibeigenschaft, als die Leute von Fremden geknechtet wurden, pflegten Jünglinge und junge Mädchen, Männer und Frauen, die abends spät von der Fronarbeit heimkehrten, den Opferstein aufzusuchen und am Grab des frommen Mannes ihr schweres Schicksal zu beklagen. In solchen Fällen kam ein kleiner weißer Vogel herbeigeflogen und sang so lieblich, dass die Leute seinem Lied lauschten und dabei — in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft — ihren Kummer und ihre Sorgen vergaßen und singend an die Arbeit gingen.

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