Berge

From Pasakas un teikas
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Vor langer Zeit lebte auf dem Šķītiņi-Hof in Sērene ein sehr mutiger alter Mann, der keine Angst kannte. Einmal schickte ihn der Bauer zu den Pagrabkalni (Kellerberge) Brennholz zu hacken und ermahnte ihn, auf dem Dzeņi-Hof zu übernachten. (Auf dem Kellerberg soll früher die Sērene-Burg gestanden haben, die im Krieg niedergebrannt worden ist.) Der Alte machte jedoch am Abend ein Lagerfeuer an und war entschlossen, lieber im Walde zu übernachten. Nachdem er schon eine ganze Weile geschlafen hatte, brach ein gewaltiger Sturm aus. Der Alte erwachte und erblickte neben dem Lagerfeuer drei Wölfe. Er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Da brach erneut Sturm aus, und nun erschienen hinter den Rücken der Wölfe drei Jungfrauen. Schließlieh erhob sich ein Wirbelsturm, der Bäume brach. Der Wald rauschte, schwarze Wolken wälzten sich am Himmel, und hinter den Jungfrauen erschienen drei Jünglinge. Der eine sagte: "Wir wollen ihn nehmen!" Der andere entgegnete: "Nein, er stinkt!" Dazu der Dritte: "Das macht nichts! Aber er wird von drei scharfen Hunden bewacht, was wollen wir mit ihnen anfangen?" – "Wir lassen ihn lieber in Ruhe und gehen fort!" Und, die Sechs trollten sich mit dem Ungewitter, das sie gebracht hatte. Die drei Wölfe folgten ihnen nicht, sondern schlichen erst in der Morgendämmerung davon.

In der Nähe der Kellerberge liegen zwei Bauernhöfe: Dzeņi und Ancāni. Der frühere Dzeņi-Bauer war ein reicher Mann gewesen. Er hatte bei allem eine glückliche Hand: Alles, was er begann, gelang ihm. Einmal war er mit dem Ancāni-Bauer auf Birkhähne gegangen. Und damals hat der Ancāni-Bauer es mit der Angst zu tun gehabt: Sobald der erste Birkhahn erschossen worden war, war ein zweiter, ein dritter, ein vierte zur Stelle, dabei so nahe, dass man ihn mit einem Knüppel erschlagen konnte. Nun, er erschlug denn auch einen ganzen Haufen und wußte nun nicht, wohin damit. Da kam sein Nachbar Dzenis auf ihn zu und sagte: "Jetzt wird es langen. Komm, wir wollen etwas zu uns nehmen, ich weiß in der Nähe einen Bauern, der alles im Überfluß hat." Nachdem sie eine Weile gegangen waren, erblickten sie mitten im Walde ein großes Haus. Sie betreten das Haus — du lieber Himmel! — zu essen und zu trinken gibt es da alles, was das Herz nur begehrt. Ancāns aß und trank nach Herzenslust und rief schließlich aus: "Gott sei gedankt, hier gibt es wirklich alles im Überfluß!" Aber in demselben Augenblick war alles verschwunden, und Ancāns befand sich mitten im Walde auf kahlem Moos.

Seit der Zeit waren Ancāns und Dzenis nicht mehr sehr gut auf einander zu sprechen, als jedoch Ancāns im nächsten Jahr Bienenfest feierte (das "Bienenfest" wurde in jener Gegend nach dem Honigschleudern gefeiert), lud er dazu auch Dzenis ein. Aber Dzenis weigerte sich: nein und nein! Zweimal ließ er ihn durch seinen Knecht einladen, das dritte Mal holte er ihn selbst im Pferdegespann ab. Beim Festgelage bot Dzenis Ancāns ein Schlachtmesser an, er solle damit essen, es sei leichter, den Honig um das Messer zu wickeln. Aber Ancāns fürchtete sich, das Schlachtmesser zu nehmen. Da wurde Dzenis ärgerlich, ging hinaus und — woher es kam, woher nicht — setzte sich in eine Kutsche, von vier Rappen gezogen, und fuhr davon, dass die Erde erdröhnte.

Ein Mann aus der Gegend von Sauka fand eines Tages an eine Stelle, an der Schweine gebuddelt hatten, ein Goldstück und war darüber sehr froh. Als der Goldfinder jedoch wieder zu Hause war, gesellten sich zu ihm zwei junge Frauen, die nicht mehr von seiner Seite wichen. Wenn er schlief, stand die eine am Kopfende, die andere am Fußende seines Bettes. Erst nachdem er das Geld wieder an der Fundstelle vergraben hatte, ließen die Frauen von ihm ab.

Anderthalb Werst von Sece entfernt, in der Richtung zum Grebļa kalns, erheben sich kleine Hügel, die sogenannten Putnu kalni (Vogelberge). Auf den Vogelbergen soll einmal ein Frauchen umgebracht worden sein. Das Frauchen war Witwe gewesen und wollte wieder heiraten. Es fand sich auch ein Freier, der jedoch sagte: "Ich will aber keine Stiefkinder wiegen!" Das Frauchen beteuerte, er werde keine Stiefkinder wiegen müssen. Er glaubte ihr und heiratete sie. Aber gleich nach der Hochzeit gebar die Frau einen Sohn. Der Mann warf ihr vor, sie habe ihn belogen, aber die Frau behauptete: "Ich bin unschuldig! Glaubst du mir nicht, so hau mir den Kopf ab, dann wirst du selbst sehen: Wenn er dreimal hochspringt, bin ich unschuldig, spring er nicht, bin ich schuldig." Man schlug ihr den Kopf ab und — wahrhaftig! — die Frau war unschuldig, der Kopf sprang dreimal in die Luft.

In den Vogelbergen ließ sich oft ein junges Mädchen sehen. Einmal sind Waldarbeiter bei starkem Frost nach Hause gefahren. Unterwegs erblickten sie eine Frau, die umherhüpfte. Einer der Männer schlug den Spuk mit einem Ebereschenknüttel auf den Hinterkopf: Da fielen die Knochen der Frau mit einem Geklirr auseinander und verwandelten sich in zwei Geldstücke. Seit der Zeit hat niemand mehr die Frau dort gesehen.

Ein anderes Mal machte sich ein Mann aus Skrīveri auf, in der Nähe des Apsēni-Hofes (dort waren in den Schwedenkriegen Soldaten begraben worden) neben einer Birke nach Geld zu graben. Aber kaum hatte er eine Grube gegraben, da schlug ihm auch schon ein Spuk alle Finger einer Hand ab. Schmerzen verspürte er jedoch keine. Am nächsten Morgen löste er den Verband und sah, dass seine Hand unverletzt war.

Der Podēni-Bauer von Vecumnieki hatte geträumt, dass am Rabutu kalns im Kazu purvs (Ziegenmoor), an der und der Stelle, eine mit Geld gefüllte Ziegenhaut liege. Der Bauer solle an der Stelle ein kleines Kind hinlegen und dann zu graben beginnen, dann würde er viel Geld finden. Der Bauer brachte ein fremdes Kind zu der Stelle und begann zu graben. Ja, er fand wahrhaftig Geld: Aber die Ziegenhaut schrie wie verrückt. Mit Mühe brachte er sie nach Hause. Aber dort erschien ihm ein fremder Mann, der ihn bedrängte: "Bring dein eigenes Kind hin, dann wird die Ziege nicht schreien!" Der Bauer winkte ab, brachte die Ziegenhaut zurück und begrub sie. Zum Glück bekam er auch das Kind noch unversehrt zurück.

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