Wölfe

From Pasakas un teikas
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Einmal verspürte der Wolf eine große Gier auf Fleisch und näherte sich der Schafherde, die in der Nähe eines Roggenfeldes weidete. Unglücklicherweise hatte der Bauer, ein stämmiger, großer Kerl, der sich im Roggen verkrochen hatte, ihn bemerkt. Er ergriff einen Knüppel und schlich dem Wolf nach, der sich auf der anderen Seite der Herde auf den Bauch ins Gras gelegt hatte und gerade überlegte, welches Schaf seinen Gaumen am meisten erfreuen würde. Im nächsten Augenblick war auch der Bauer schon zur Stelle.

Der Wolf dachte, einer seiner Brüder sei auch auf Jagd, begann mit dem Schwanz auf die Erde zu schlagen — der andere möge nicht näherkommen und keinen Lärm machen. Aber da traf auch schon ein harter Schlag den Rücken des Wolfes, der ihn vom Hinterkopf bis zur Schwanzspitze erzittern ließ, und ein gellender Schrei drang in seine Ohren. Da sprang der Wolf auf die Beine und raste wie ein Lauffeuer durch die Viehherde davon, ohne noch etwas zu sehen oder zu hören. Wenn der Bauer von dieser Begebenheit erzählte, pflegte er lachend hinzuzufügen: "Der große Schreck hat dem Wolf das Eingeweide gründlicher gereinigt, als es ein Abführmittel, das man beim Juden für einen Verding kaufen kann, bewirken könnte."

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