Verschiedene wilde Tiere und Haustiere

From Pasakas un teikas
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Comments: Der Bericht der Sage stimmt nicht ganz mit Beobachtungen aus der Zoologie überein. Beim Angriff von Wölfen nehmen Pferde zwar die Fohlen in ihre Mitte, aber sie kehren den Angreifern ihre Köpfe zu und verteidigen sich mit den Vorderfüßen und Zähnen, nicht aber mit den Hinterfüßen. Vgl. auch Märchen Nr. 82 aus Bd. 1. P. Š.


Pferde. Damals war ich noch ein kleiner Junge und habe auf dem Antužs-Hof Schweine gehütet. Wenn im Frühjahr die Pferde zum ersten Mal zum Nachthüten geritten wurden, ließ der alte Antužs-Großvater Wolfsknochen in der Glut schwelen und beräucherte damit die Pferde. Er hatte immer einen Vorrat an Wolfsknochen, die er in der Korndarre aufbewahrte. Die Pferde wurden für die Nacht in die Koppel getrieben und es blieb niemand bei ihnen. Damals hatten wir eine große Schimmelstute, die gerade ein Fohlen hatte. Um die Johanniszeit waren die Pferde wieder einmal auf der Koppel, und auch die Stute mit ihrem Fohlen war dabei. Aber da kam ein Wolf herbeigeschlichen und wollte das Fohlen reißen. Die Pferde jedoch stellten sich in einen Kreis auf und nahmen das Fohlen in die Mitte. Die Köpfe steckten sie zusammen, die Hinterteile waren nach außen gekehrt. Sobald der Wolf sich näherte, schlugen sie aus. Schließlich gelang es ihnen, den Wolf zu erschlagen. Als man am nächsten Morgen die Pferde holen wollte, sah man, dass die Erde ringsherum aufgewühlt war und fand den toten Wolf liegen. Nun, Pferde, die mit schwelenden Wolfsknochen beräuchert werden, haben vor Wölfen keine große Angst, sondern bearbeiten sie mit Füßen und Zähnen, denn der Wolfsgeruch ist ihnen bereits gut bekannt.

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