Verschiedene wilde Tiere und Haustiere

From Pasakas un teikas
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Es lebten einmal ein Mann und eine Frau. Die Frau gebar einen Sohn. Der Sohn war sehr schön. Der Mann und seine Frau freuten sich über ihr Glück und brachten ihren Sohn weit weg, wo kein Mensch ihn sehen konnte, denn sie hatten Angst, man könnte ihn ihnen rauben. Der Vater erbaute im Walde ein Haus, darin lebten sie. Als der Sohn zwölf Jahre alt geworden war, bat er seinen Vater, ihm Städte zu zeigen. Im Walde begegnete er nie einem anderen Kind, er spielte nur mit Tieren und war ihrer Gesellschaft überdrüssig geworden. Der Vater überlegte lange, ob er seinen Sohn zur Stadt bringen sollte. Zuletzt beschloss er zusammen mit seiner Frau, es zu tun. Die Frau bedeckte das Gesicht des Sohnes mit einem Tuch, damit ja kein Mensch seine Schönheit erblickte. Dann brachten sie ihn in die Stadt. In der Stadt wurde es dem Jungen zu heiß, und er zog das Tuch von seinem Gesicht ab. Auf der Straße begegnete er einer Prinzessin, die sogleich an ihm Gefallen fand. Die Prinzessin befahl ihren Dienern, den Jungen zu entführen und aufs Schloss zu bringen. Die Diener führten ihren Befehl unverzüglich aus. Wohl flehten Vater und Mutter sie an, ihnen ihr Kind zurückzugeben, aber niemand hörte auf sie. Sie brachten den Jungen zu der Prinzessin. Die Prinzessin ließ ihn ins Gefängnis bringen und sprach zu ihm: "Du musst hier so lange bleiben, bis du zu einem Jüngling herangewachsen bist. Sollte ich bis dann keinen schöneren Mann gefunden haben, sollst du mein Ehemann werden. Finde ich einen besseren, so will ich dich freilassen." Der Junge saß im Gefängnis und dachte: "O Gott, nie und nimmer will ich der Ehemann dieser Hexe werden. Lieber will ich sterben!" Sie missfiel ihm sehr, denn sie war bereits alt und dazu hässlich. Ihr Gesicht war wie mit Sommersprossen besät. Der Junge bedauerte nun, dass er sich das Tuch vom Gesicht gezogen hatte, gab sich selbst die Schuld an seinem Unglück und war sehr betrübt. "Hätte ich doch so viel Kraft wie ein Löwe, wäre ich so schnell wie ein Hase und so schlau wie ein Fuchs und könnte ich so weit blicken wie ein Adler, dann würde ich schon aus diesem Gefängnis ausbrechen können!" Zu Hause angekommen, erzählten Vater und Mutter ihr Unglück den Tieren des Waldes und baten sie um Hilfe. Alle Tiere liebten den Jungen, ihren Freund, sehr und beschlossen, ihm zu helfen. Sie berieten viel und lange und kamen endlich zu dem Entschluss, zwei Fliegen zu dem Jungen zu schicken, denen er selbst raten sollte, wie man ihm am besten helfen könnte. Gedacht, getan. Die Fliegen flogen schnell davon, krochen durch das Fenster ins Gefängnis und sprachen mit dem Jungen. Der Junge sagte: "Der Fuchs soll mir seine Schläue, der Löwe seine Kraft, der Adler seine scharfe Seekraft und der Hase seine Schnelligkeit geben, dann werde ich mich allein befreien." Die Fliegen flogen wieder heim und berichteten den Tieren, was der Junge ihnen gesagt hatte. Die Tiere waren bereit, dem Jungen zu geben, was er verlangt hatte, aber nicht für lange Zeit. Als der Junge Schläue, Kraft, Sehkraft des Adlers und Schnelligkeit erhalten hatte, schlug er das Fenster ein und entkam aus dem Gefängnis. Mit seinem scharfen Blick erspähte er die Kammer, in der die Prinzessin schlief, und mit seiner Kraft erdrosselte er sie. Dann nahm er Gold und Schätze mit und kehrte mit der Schnelligkeit eines Hasen in seinen Wald zurück. Dort gab er den Tieren die Schläue, die Kraft, die scharfe Seekraft und die Schnelligkeit zurück. Zusammen mit seinen Eltern begann er ein glückliches Leben im Reichtum, aber seine Freunde, die Tiere und die Vögel, liebte er jetzt noch mehr.

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