Pflanzen (und Bäume)

From Pasakas un teikas
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Comments: Mākonis hat eine Sage aufgeschrieben ("Balss", 1893, Nr. 31. VII, I, 1276, 5.), in der ein Jüngling die Farnblüte findet und ein sehr glücklicher Mensch wird. Es gelingt ihm alles, und schließlich wird er ein reicher Mann. P. Š.


Das Farnkraut, 5. Ein Großvater hatte seinem zwölfjährigen Enkel von der Farnblüte erzählt, die in der Johannisnacht blüht. Der Junge wünschte gar sehr, die Farnblüte zu besitzen. Freudig wartete er auf die heilige Johannisnacht. Am Johannisabend zog er sich ein frisches Hemd an, steckte einen Ferding in die Tasche und machte sich auf den Weg. Er ging und ging, bis er den blühenden Farn erblickte. Er pflückte die Blüte ab und umschloss sie fest mit seiner Hand. Die Blüte brannte so heiß wie Feuer, aber der Junge hielt sie fest. Als er die Landstraße entlang ging, dachte er bei sich: "Wie schön wäre es, wenn ich ein Schloss hätte!" In demselben Augenblick befand er sich in einem großen Schloss, von vielen Dienern und Dienerinnen umgeben. Die Diener zogen ihm goldene Kleider an und brachten ihm köstliche Speisen und Getränke. Er führte ein reiches Leben, aber er war nicht froh. Er dachte immer an Vater und Mutter, an seine Schwestern und Brüder und sehnte sich nach ihnen. Da kam eine zweispännige goldene Kutsche vorgefahren und er fuhr in seine Heimat. Als er vorgefahren kam, erblickte er seinen jüngsten Bruder, der an der Tür stand. Er ging auf seinen Bruder zu und fragte ihn: "Wo sind denn Vater und Mutter, wo sind unsere Brüder und Schwestern?" Der Bruder erwiderte: "Der Vater ist schon gestorben, und die Mutter liegt im Sterben." Er ging zu seiner Mutter hinein, die im Bett lag und bitterlich weinte. Nach einer Weile kehrte er auf sein Schloss zurück. Zwei Jahre später stattete er seiner Heimat einen zweiten Besuch ab. Er stieg aus seiner Kutsche und trat an die Tür. Da merkte er, dass die Tür verschlossen war. Kein Mensch war zu sehen. Plötzlich erschien ein alter Mann und fragte: "Wen suchst du denn, mein Sohn?" Der Junge antwortete: "Ich wollte Vater und Mutter besuchen". Der Alte sprach: "Hier sind alle hungers gestorben." Da dachte der Junge eine Weile nach und sagte: "Mein Glück ist kein echtes Glück."

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